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"Den
Abstrakten unterstellt man ja gern irgendwelche gegenständlichen
Hintergedanken. Dem Jackson Pollock etwa, dass sein Blutdruck während
der Mal-Action um ein Fünftel höher gewesen wäre als gemeinhin bei
Presswehen (was genau dem Orgasmus-Blutdruck entspricht). Dass er
folglich insgeheim auf die Leinwand ejakuliert hätte und seine
Drippings nichts als obszöne Masturbations-Shows gewesen
wären.
Wilde Wollust-Gefilde.
Nigl: A Querformat wird immer als Landschaft interpretiert,
a Hochformat als Figur. Des kamma
ned verhindern.
Gut, beim Nigl käme wenigstens niemand auf die Idee, ein darwinistisches
Naturschauspiel zu vermuten: Krötenwanderung über die Südosttangente,
Montag sieben Uhr Früh. Oder eine Sachertorten-Dämmerung:
Diätfundamentalisten lassen sich zu einer Massenhinrichtung von
Kalorien
hinreißen - mit der Planierraupe. Dafür sind seine Arbeiten nicht
unappetitlich und schmutzig genug. Dann handelt es
sich bei ihnen schon
eher um eine romantische Ölpest im Abendrot. Vermutlich ist der
Nigl ja
ohnedies ein sentimentaler Farbschwärmer. Ein hoffnungsloser Ästhet."
Mag. Claudia Aigner
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